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Thaur

Grüner Lückenschluss in den Martha-Dörfern


Seit 18 Jahren bin ich als Mitglied der unabhängigen Bürgerliste BIT im Gemeinderat aktiv. Mein politisches Engagement begann in den 80er Jahren als Mitbegründer der Transitbewegung und langjähriger Obmann der Tiroler Bürgerinitiativen. Als deklarierter Grüner war es schon länger mein Ziel, mit einer grünen Gruppe in Thaur die „grüne Lücke“ in den Martha-Dörfern endlich zu schließen. In diesem Sinne bin ich der Liste BIT auch weiterhin freundschaftlich verbunden, werde aber bei der kommenden Gemeinderatswahl am 28. Februar 2016 mit einer eigenständigen grünen Liste kandidieren. Auf Gemeindeebene ist in erster Linie Sachpolitik gefragt. Daran möchte ich festhalten, auch wenn der Wind wieder einmal heftiger weht!

Die Liste steht jedenfalls allen Interessierten offen, die sich mit Ideen und Engagement politisch in unserer Gemeinde einbringen wollen. Maßgeblich sind und bleiben die Grundpositionen: ökologisch, sozial, mit viel Hausverstand und konsequent dem öffentlichen Interesse verpflichtet!


Projekt Haus Vigil

Für unsere Kinder und Senioren - Haus Vigil


Das geplante Projekt „jung & alt“ in der Vigilgasse hat bei den Anrainern einigen Widerspruch hervorgerufen. In einem Schreiben an die Gemeinderäte lehnen sie den Standort generell ab. Einheitsliste (EHL) und SPÖ schlossen sich dieser Argumentation an und verlangten die Realisierung des Kindergartens am Stieranger und das Betreute Wohnen in der Vigilgasse 4. Bürgermeisterliste und BIT stimmten für den geplanten Standort.

In der Sache herrscht Einigkeit im Gemeinderat. In Thaur braucht es „Betreutes Wohnen“ und – noch dringlicher – einen zweiten Kindergarten. Standorte wurden diskutiert und – stets einstimmig – wieder verworfen. Dann hat die „Wohnungseigentum“ (WE) das Baurecht für ihr Projekt „Betreutes Wohnen“ in der Vigilgasse erworben. Einhellige Zustimmung im Gemeinderat – ein Problem gelöst!

Doch die Anzahl an Wohneinheiten war dem Land zu hoch. Die WE bot deshalb der Gemeinde an, deren Zahl zu reduzieren und dafür im Projekt einen Kindergarten zu integrieren. Auch dies wurde zuerst von allen Fraktionen befürwortet. Dann allerdings beantragten EHL und SPÖ am 25. März auf Grund der komplexen Rechtslage, dass die WE zwar das „Betreute Wohnen“, die Gemeinde aber den Kindergarten am Stieranger/Kaponsfeld errichten soll.

In der GR-Sitzung vom 29. April wurden von der WE exaktere Zahlen und Rechtsauskünfte präsentiert. Daraufhin zogen beide Fraktionen mündlich ihren früheren Antrag zurück und bekannten sich einhellig zur Umsetzung des Gesamtprojektes in der Vigilgasse! Ihre anfänglichen Bedenken und ihre Skepsis bezüglich der Baurechtsliegenschaft sahen sie „nach vielen informellen Gesprächen mit diversen Experten“ ausgeräumt.

Umso überraschender also der neuerliche Schwenk, den die Gemeinderäte von EHL und SPÖ in der GR-Sitzung am 30. Juli vollzogen haben! Jetzt sollte am vorgesehenen Standort überhaupt nicht gebaut werden. Dafür soll das „Betreute Wohnen“ plötzlich in kleinerer Form herinnen in der Vigilgasse 4 umgesetzt werden. Wer weiß welche Standorte sie in der nächsten GR-Sitzung vorschlagen?

So viel zum politischen Werdegang eines Projektes, dessen Notwendigkeit und Dringlichkeit eigentlich über alle Fraktionen hinweg unbestritten ist. Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die sachliche Argumentation.

Diese einmalige Chance sollte nicht leichtfertig vertan werden!

Dass ein Projekt dieser Größe ohne Anrainereinsprüche über die Bühne geht, ist kaum anzunehmen. Im Zweifelsfall ist verständlicherweise jedem die grüne Wiese lieber! Doch die WE hat nun mal das Baurecht für dieses Grundstück und sie wird dort im Rahmen der Bauordnung auf jeden Fall bauen. Wenn das Objekt „jung & alt“ keine Zustimmung findet, dann werden es halt ausschließlich Wohnungen. Haben die Anrainer dadurch viel gewonnen?

Die Gemeinde hat auf jeden Fall verloren! Denn dieser für Senioren und auch für Kinder attraktive Standort steht dann nicht mehr zur Verfügung! Die Gelegenheit für die Gemeinde ein Grundstück dieser Größe und in dieser Lage zu diesen Konditionen zu erhalten wird sich in Kenntnis der Thaurer Verhältnisse kein zweites Mal ergeben!

Das Projekt ist sehr wohl gut durchdacht und bis in die Feinplanung mit den Architekten, den Kindergärtnerinnen, dem Sozialverein und der Wohnbauförderung des Landes abgestimmt. Erst vor kurzem haben wir den Umbau des „Alten Gerichtes“ in vorbildlicher Weise gemeinsam umgesetzt. Ich hätte mir auch bei diesem Großprojekt für unsere Senioren und Kinder die gleiche konstruktive Vorgangsweise gewünscht.

Wie gravierend ist das Verkehrsproblem wirklich?

Vielleicht ist es hilfreich, das Hauptargument der Anrainer – die Verkehrssituation – genauer zu beleuchten. Betrachten wir Anzahl und Wohnort der Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren – also jene, die nach Fertigstellung dieses Projektes diesen Kindergarten besuchen werden – dann wohnen allein im Umkreis von 300 Metern derzeit mehr als 80 Kinder. Für diese ist der Kindergarten großteils fußläufig erreichbar. Der Elterntaxiverkehr in der Vigilgasse wird sich also in überschaubaren Grenzen halten. Zudem sind noch weitere fußläufige Verbindungen geplant.

Würde stattdessen der Kindergarten am Stieranger im Kaponsfeld gebaut, dann wäre exakt der gegenteilige Effekt der Fall. Dort befinden sich im Umkreis von 300 Metern nicht einmal 30 Kinder. Das heißt, viele von diesen und alle anderen Kinder würden mit größter Wahrscheinlichkeit mit dem Auto hinaufgeführt werden. Also zweimal am Tag durchs Dorfzentrum und die Moosgasse hinaus und wieder herein. Nun soll jeder selbst entscheiden, was klüger ist: den Kindergarten dort zu bauen wo die Kinder wohnen oder die Kinder zweimal täglich mit dem Elterntaxi zum entlegenen Kindergarten hinauf zum Stieranger zu führen! Kommt dann womöglich die nächste Anrainerinitiative in der Moosgasse, die gegen den Verkehr hinauf zum Stieranger rebelliert? Mit dem Florianiprinzip kommen wir nicht weiter!

Thaur braucht einen zusätzlichen Kindergarten!

Der Standort in der Vigilgasse hat wie jeder andere seine Vor- und Nachteile. Doch im Vergleich zum Stieranger ist er bei sachlicher Abwägung (Erreichbarkeit, Verkehr, Kosten,) auf jeden Fall vorzuziehen! Richtig und wichtig ist auch das „Betreute Wohnen“ für unsere Senioren. Auch in diesem Fall ist der Standort mit der leichten Erreichbarkeit des Dorfzentrums ideal. Der Punkt in dem die Anrainer Recht haben, ist die mangelhafte und relativ späte Kommunikation. Die hätte besser sein können!